Geschichte


Eines der ersten (bekannten) Bilder vom Schloss Gräpplang (1674 Johannes Meyer [Ausschnitt], Zentralbibliothek Zürich, Graphische Sammlung STF XVII, 41)
Eines der ersten (bekannten) Bilder vom Schloss Gräpplang (1674 Johannes Meyer [Ausschnitt], Zentralbibliothek Zürich, Graphische Sammlung STF XVII, 41)

Gräpplang wird um die Mitte des 13. Jahrhunderts als Verwaltungssitz des Hochstiftes Chur erwähnt, 1292 an Ulrich von Flums verpfändet und 1528 an die Familie Tschudi verkauft, deren Nachkommen bis 1767 Eigentümer bleiben. Die Anlage geht danach ins Eigentum der Familie Good aus Mels über. Das in vier Etappen von der romanischen Burg bis zum barocken Schloss gewachsene Bauwerk zeigt sich auf Bilddokumenten als kompakte burghafte Schlossanlage mit Walmdach, Dachreiter und Ecktürmchen. Bereits 1804 wird das Bauwerk "auf Abbruch" verkauft, die Reste der zur romantischen Ruine verkommenen Anlage werden schliesslich 1928 von der Gemeinde Flums erworben, um das Wahrzeichen der Region zu erhalten.

Seit den 1953 letztmals durchgeführten Konservierungsarbeiten fanden unter der Leitung von Franziska Knoll-Heitz periodisch archäologische Grabungen statt. Diese Arbeiten führten auch zu einem wachsenden Verständnis für die Burg und deren Gefährdung infolge Verwitterung und Überwucherung. Die 1990/91 durchgeführten Massnahmen beruhten alle auf der Zielsetzung der Sicherung des überlieferten Bestandes. Der Bewuchs, so angenehm sich das Grün präsentierte, musste entfernt werden. Das Ausstopfen des Mauerwerkes und die Abdichtung der Mauerkronen verlangten ein flächendeckendes Gerüst, so dass sich auch die Gelegenheit zu baugeschichtlichen Beobachtungen und präziser Dokumentation bot. Diese sind baubegleitend zu den Konservierungsarbeiten vorangetrieben worden und erläutern die Baugeschichte des aufsteigenden Mauerwerkes als Ergänzung zu den archäologischen Grabungen. Für die Abdichtung der Mauerkronen, zentrale Aufgabe der Konservierungsarbeiten, wurde eine neuartige Mörtelmischung verwendet, welche den Empa-Test vorteilhaft bestanden hatte. Die Wandflächen wurden an den statisch anspruchsvollen Stellen mit einem ähnlichen, neuartigen Mörtel verfugt, während sonst eine konventionelle Mörtelmischung zur Anwendung kam.

Das Schloss ging 1292 an Ritter Ulrich von Flums über und im 14. Jahrhundert kam die Pfandschaft an Edle von Hartenegg. 1419 treten die Zürcher als Besitzer auf. Dadurch kamen sie in Konflikt mit den Glarnern und Schwyzern, welche die Burg im Jahr 1440 zerstörten. Auf der wieder errichteten Feste regierte 1460 Ulrich von Grünberg, ein Vogt des Bischofs von Chur. 1528 verkauften die Führer des Bündner Gotteshausbundes in Abwesenheit des Bischofs von Chur die Herrschaft Gräpplang an Ludwig Tschudi, dessen Nachkommen bis 1767 auf Gräpplang waren. Gräpplang wurde in der Folge von den Familien Good und Perret, beide in Mels, übernommen. Für kurze Zeit ging ein Teil der Herrschaft an Johann Heinrich Bless über. Im Jahr 1804 wurde die Burg auf Abbruch verkauft. Im Jahr 1923 hat die Politische Gemeinde Flums die Burg Gräpplang als Ruine übernommen. Die Burgruine ist 1990/92 saniert worden. Seit 1998 führt eine Treppe durch die alten Gemäuer und erschliesst so die Ruine für das Publikum auf eindrückliche Art und Weise.


Publikation zum Thema:

Flums Gräpplang - 4'000 Jahre Geschichte
mit den Kirchen St. Justus, St. Johannes und den Kapellen St. Jakob und St. Georg
Autoren: Mathias Bugg, David Imper, Wolfgang Neubauer, Fritz Rigendinger, Martin P. Schindler
ISBN 978-3-033-00834-2
Erhältlich zum Preis von Fr. 12.-- bei:

  • Hotel Gräpplang, 8890 Flums
  • Flumserberg Tourismus, Tannenboden, 8898 Flumserberg
  • Stiftung Pro Gräpplang (Gemeindeverwaltung, 8890 Flums)